Audiovisuelle Synchronisierung (AVE) bei ADHS

Mind Alive

Wie Dualfrequenz-AVE das Lernen und die Aufmerksamkeit von Grundschülern veränderte

1997 führte der Schulpsychologe Michael Joyce eine wegweisende Studie an einer Grundschule in Minnesota durch. Er untersuchte, ob audiovisuelles Entrainment (AVE) die Aufmerksamkeit, Impulsivität und Lesefähigkeit von Kindern signifikant verbessern kann. Mithilfe von Tru-Vu™-Brillen testete er einen einzigartigen Zweifrequenzansatz bei Schülern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und schweren Leseschwierigkeiten – zwei Gruppen, die trotz herkömmlicher Fördermaßnahmen oft Probleme haben.

Ein strukturiertes AVE-Programm zur Verbesserung der Aufmerksamkeit

Die Studie begann mit zweiwöchigen Sitzungen, die sich hauptsächlich auf das Alpha-Band (8–12 Hz) konzentrierten, um die Gehirnaktivität der Schüler im Ruhezustand zu beruhigen und zu stabilisieren. Nach dieser Phase führte Joyce die Dualfrequenz-AVE ein.

  • Hochalpha-Stimulation der rechten Hemisphäre
  • Niedrige Beta-Stimulation mit 18 Hz in der linken Hemisphäre

Dieses Design zielte auf unterschiedliche Hemisphären ab: Alpha, um Übererregung zu reduzieren und ruhiges Engagement zu fördern, und Beta, um Konzentration, Aufgabenausführung und kognitive Kontrolle zu unterstützen.

Die Kontrollgruppe erhielt kein AVE, sondern nahm stattdessen im gleichen Zeitraum an Kursen zur Stärkung des Selbstwertgefühls teil. Alle Schüler, einschließlich der AVE-Gruppe, wurden angewiesen, vor den Sitzungen Wasser zu trinken, um die durch die erhöhte Stoffwechselaktivität im Rahmen von AVE entstehenden neurologischen Nebenprodukte abzubauen.

Messung der Auswirkungen: Objektive Verbesserungen der TOVA-Werte

Joyce beurteilte die Schüler mit ADHS mithilfe des standardisierten TOVA-Tests, der Folgendes misst:

  • Unaufmerksamkeit
  • Impulsivität
  • Reaktionszeit
  • Antwortvariabilität

Nach zehn Wochen waren die Ergebnisse eindeutig: Kinder, die AVE erhielten, zeigten deutliche Reduktionen von Impulsivität und Unaufmerksamkeit sowie schnellere und konstantere Reaktionszeiten. Ein Wert von 100 gilt als normal; 85 entspricht einer Standardabweichung unter dem Mittelwert. Die Verbesserungen in allen Kategorien deuten darauf hin, dass ihre kognitive Kontrolle und Aufmerksamkeitsstabilität signifikant zugenommen haben.

„Diese Ergebnisse zeigen deutlich eine Verringerung von Impulsivität, Unaufmerksamkeit, Reaktionszeiten und Variabilität.“

Abbildung 1: Verbesserung der TOVA-Werte nach 10 Wochen AVE-Therapie.

Schüler mit Leseschwierigkeiten zeigten Verbesserungen in ihren akademischen Leistungen

Joyce erweiterte die Studie auf Schüler mit den niedrigsten Punktzahlen im SPALDING-Leseprogramm. Diese Kinder wurden mithilfe des standardisierten STAR-Lesetests getestet, der sowohl die Lesefähigkeit auf Klassenstufenebene als auch den nationalen Perzentilrang misst.

  • Der Grade Equivalent (GE) -Wert liegt zwischen 0,0 und 13,0 und gibt das tatsächliche Leseverständnisniveau an. Ein GE-Wert von 4,7 bedeutet, dass das Kind auf dem Leseverständnisniveau eines Viertklässlers im siebten Lebensmonat liest.
  • Der Perzentilrang (PR) vergleicht einen Schüler mit Gleichaltrigen im ganzen Land. Ein PR von 78 bedeutet, dass der Schüler so gut oder besser abschneidet als 78 % der Schüler derselben Klassenstufe.

Nach der AVE-Intervention zeigten leseschwache Schüler deutliche akademische Fortschritte – sowohl in Bezug auf die Leistungen im Vergleich zu einer Klassenstufe als auch im nationalen Perzentilrang.

Abbildung 2: Verbesserungen des Leseverständnisniveaus (GE) nach AVE.

Abbildung 3: Verbesserungen im Perzentilrang (PR) nach AVE.

Auch Lehrer und Eltern bemerkten Verhaltensverbesserungen.

Die Auswirkungen von AVE beschränkten sich nicht auf die Testergebnisse. Eltern und Lehrer beobachteten auch deutliche Verhaltensänderungen im Alltag.

„Während der Teilnahme am AVE-Programm begannen sich die Verhaltensweisen der Schüler zu verändern. Sie waren geistig aktiver und aufmerksamer. Sie beteiligten sich aktiv am Dialog zwischen Lehrer und Schüler im Unterricht.“ – Leselehrer/in aus Spalding

Diese Kombination aus kognitiven, akademischen und verhaltensbezogenen Verbesserungen lässt darauf schließen, dass AVE den Kindern nicht nur geholfen hat, Informationen besser zu verarbeiten, sondern dass sie sich im Unterricht auch anders verhalten – regulierter, aufmerksamer und engagierter.

Was dies für die moderne Aufmerksamkeits- und Lernförderung bedeutet

Jahrzehnte bevor die Synchronisation von Gehirnwellen breite Aufmerksamkeit erregte, zeigte Joyces Arbeit, wie strukturiertes AVE (Aerobic-Echo-Stimulationstraining) Folgendes sinnvoll unterstützen kann:

  • Aufmerksamkeitsregulierung
  • Impulskontrolle
  • Leseentwicklung
  • Beteiligung im Klassenzimmer
  • allgemeine kognitive Stabilität

Diese frühen Erkenntnisse ebneten den Weg für den modernen Einsatz von AVE in Privathaushalten, Kliniken und Schulen – sie zeigten, dass eine gezielte Hirnwellenstimulation die neuronalen Grundlagen des Lernens messbar unterstützen kann.

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